Am 02. und 03. September fand am Gaisberg in Salzburg das 18. Fledge-Treffen
statt. Der Fledge ist ein Hängegleiter, der nur in der Zeit von 1976 bis
1981 gebaut wurde. Das besondere an diesem Gerät sind die starren Tragflächen
und die senkrechten Seitenruder am Ende der Tragflächen. Diese Seitenruder
sind durch Drähte mit Drehgriffen am Trapez verbunden, über die der Drachen
gesteuert wird.
Heute gibt es Europaweit nur noch wenige flugfähige Exemplare und Piloten, die dieses Gerät fliegen können. Herbert Stöllinger, 30 Jahre lang Fluglehrer in Salzburg und Erfinder des Rettungsschirm bringt den Mythos des Fledge auf den Punkt: "Im Jahr 1980 gab es keinen Drachen, der dem Fledge das Wasser reichen konnte. Damals wie heute beherrschen nur wenige, sehr gute Piloten dieses Gerät und können die ganze Leistung aus ihm herausholen. Außerdem ist das Fluggefühl mit dem Fledge auch mit späteren leistungsstärkeren Drachen nie wieder erreicht worden".
Jedes Jahr veranstaltet ein anderer Flugclub in Deutschland, Österreich oder Italien dieses legendäre Treffen. Dieses Jahr war der Salzburger Flugclub "Fly for Fun" der Ausrichter. Mit Nikolaus Eisl (Salzburg) und Erwin Ausserhofer (Sand im Taufers) waren auch zwei Piloten am Start, die vor 25 Jahren mit dem Fledge Staatsmeister in Österreich und Italien waren. Im Rahmen des Fledge-Treffens wird jedes Jahr eine Trophäe ausgeflogen. Bei einem Punktladewettbewerb geht es darum in zwei Durchgängen einen Punkt am Landeplatz möglichst genau zu treffen.
Am Samstag um 13 Uhr starteten die ersten Piloten am Gaisberg bei traumhaftem
Wetter, angenehmen 26 Grad und stabilem Westwind am Start. Nach dem ersten
Durchgang führte der Titelverteidiger Nikolaus Eisl mit 1,70 m vor dem
Bayerisch Zeller Georg Maier (2 m) und dem Salzburger Günther Eisl (12
m). G. Eisl und einige andere Piloten hatten beim Landeanflug mit wechselnden
Windverhältnissen zu kämpfen. So erklärten sich auch die großen Abstände
der anderen Starter zu den beiden Führenden. Am Samstagnachmittag verschlechterten
sich die Startbedingungen, sodass viele der italienischen Piloten auf einen
zweiten Start verzichteten. Mit den drehenden Winden am Landeplatz kam
G. Eisl am besten zurecht. Er landete im zweiten Durchgang bei 4 m vor
Ausserhofer (13,5 m). Maier und N. Eisl landeten beide außerhalb der 20
m Grenze. Da starker Wind am Sonntag einen weiteren Flug verhinderte wurde
der Sieger aus den beiden Durchgängen vom Samstag ermittelt.
Die ersten beiden Plätze gingen an die Salzburger Brüder Günther Eisl (16
m) und Nikolaus Eisl (21,70 m). Dritter wurde Georg Maier (22 m) vor dem
besten Südtiroler Erwin Ausserhofer mit 23,5 m.
Nächstes Jahr wird das Fledge-Treffen im Gebiet der Panarotta (Italien) stattfinden.
| N. Eisl bei seiner Punktlandung. |
Danke an alle Teilnehmer und an die Organisatoren.
FFF